KULTURERBE HARMONIUM



Auf dieser Seite sind Informationen zum Thema "Harmonium" gesammelt.  Vollständigkeit wird nicht angestrebt. Grundidee der Seite ist: Das Harmonium ist zwar oft Orgelersatz, aber im Grunde ein eigenes Instrument mit eigenem Charakter, das Anfang des 20. Jahrhunderts in Deutschland  ebenso wie das Klavier weit verbreitet war. Für Interessierte lohnt es sich, verstaubte Harmonium - Instrumente (zu restaurieren und) wieder in Gebrauch zu nehmen.  






STICHWORTE

Harmonium

Vierspiel

Normalharmonium


Saugwindharmonium

Druckwindharmonium

Kunstharmonium

Indisches Harmonium


                            


Projekt: "Wie wurde das Harmonium genutzt?"



Projekt:"Pour orgue ou harmonium“ (für Orgel oder Harmonium) Kompositionen 19. /20.Jh



Harmonium – Instrumente in Synagogen – Musik für Harmonium in Synagogen. 



Harmoniummusik
(in Bearbeitung)

Liste von Komponisten,
die für Harmonium komponiert haben
(öffnet sich in einem neuen Fenster)    





Alexandre-Francois Debain
("Erfinder" des Harmoniums)


Links























































































































































































Harmonium

"Das Harmonium" gibt es nicht.  Es gibt große Gemeinsamkeiten  - "Zungen" erzeugen die Töne. Notwendig ist ein Wind, der die Zungen in Bewegung versetzt - dazu braucht es einen Blasebalg (in der Regel mit den Füßen bedient, später aber auch mit Hilfe eines Elektromotors erzeugt). Zwei ganz unterschiedliche Techniken haben sich  entwickelt:  In England und den USA eher das Saugwindharmonium, in Frankreich das Druckwindharmonium (Hier als "Harmonium" für Debeain (s.o)  patentiert. Genauere Informationen sind inzwischen gut gesammelt:



Vierspiel

Normalharmonium



Saugwindharmonium

Druckwindharmonium

Kunstharmonium

Indisches Harmonium






DRUCKWINDHARMONIUM



Alexandre-Francois Debain



Alexandre-Francois Debain, geboren in Paris 6. Juli 1809,  gestorben 1877 in Paris,  war ein französischer Orgel- ,Klavier und Harmoniumbauer .
Seit 1834 baute er  Klaviere. 1842 erhielt er das Patent für das von ihm so benannte „Harmonium“. Die Patentschrift beschrieb genau das sogenannte „Vierspiel“ (Quelle: http://www.gdo.de/harmonium/seite2.htm).
Dieses Instrument (ein Druckwindharmonium) konnte von Ihm auch wirtschaftlich erfolgreich produziert werden. In seiner Fabrik in La Chapelle Saint-Ouen (Seine-Saint-Denis) beschäftigte er bis zu 600 Arbeitern beim Harmoniumbau .  Auf der Weltausstellung in Paris 1867 stellte er ein Harmonium mit 50 Spielen und  3050 Zungen vor.

Nach seinem Tod bestand sein Werk (Debain & Co.) weiter. Es gab bei der Weltausstellung von 1878 eine Goldmedallie.  .Mit andern Erfindungen hatte er weniger Erfolg ( »antiphonel«, »mécanisme pour jouer de l'orgue sans être musicien«, »harmonicorde«,)

Quellen zum Artikel "Debain":

* Die Musik in Geschichte und Gegenwart: Debain, Alexandre-François. Musik in Geschichte und Gegenwart, S. 16076 (vgl. MGG Bd. 15, S. 1724 ff.) (c) Bärenreiter-Verlag 1986]

* Stichwort "Harmonium". In: Musik in Geschichte und Gegenwart (MGG). Bd. 05 1708f.
* Avaresch: Grundwissen Hamronium - http://www.gdo.de/harmonium/seite2.htm
* http://fr.wikipedia.org/wiki/Alexandre-Fran%C3%A7ois_Debain    (französisch)


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Vierspiel (Patent „Harmonium“)

"Das klassische Vierspiel hat vier durchgehende Zungenreihen 16' 8' 8' 4' und fünf Oktaven Manualumfang (C–c4). Die Register sind getrennt in Baß und Diskant, die Teilung ist zwischen e1 und f1. Zusätzliche Hilfsregister sind die Forteklappen, wirksam auf die beiden hinteren Zungenreihen, und der Expressionszug, der den Magazinbalg abschaltet." (Quelle: http://www.harmonium.gdo.de/recherchen/grundwissen-harmonium/
onlineversion/die-verschiedenen-harmonium-typen/das-klassische-vierspiel.html )


Die Disposition dieses Vierspiels:


(0)   Forte
(S)   Sourdine

(4)   Basson 8'
(3)   Clairon 4'
(2)   Bourdon 16'
(1)   Cor Anglais 8'

(P)   Percussion
(GJ) Grand Jeu
(E)   Expression
(P)   Percussion

(1)   Flute 8'
(2)   Clarinette 16'
(3)   Fifre 4'
(4)   Hautbois 8'

(T)   Tremolo
(0)   Forte



Quellen zu Vierspiel:http://www.harmonium.gdo.de


Dies ist die urspüngliche französische Form der Harmoniums mit großen technischen und akustischen Möglichkeiten mehr unter dem

Stichwort Druckwindharmonium bei Wikipedia



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Saugwindharmonium


Das Saugwindharmonium ist die auch in Deutschland seit Ende des 19. Jahrhunderts am weitesten verbreitete Art des Harmoniums (neben Kunstharmonium und Druckwindharmonium). Während das Kunstharmonium  speziell für den künstlerisch-solistischen Einsatz konzipiert worden war, etablierte sich das Saugwindharmoium als ein Instrument, das oft in Kirchen und Kapellen als "Orgelersatz" in vielen Bürgerhäusern als Instrument für die Hausmusik genutzt wurde.

Die industrielle Fertigung des Saugwindharmoniums begann in den USA von 1850 bis 1860 durch die großen Firmen 'Estey' und 'Mason & Hamlin'. (Literaturempfehlung: The American Reed Organ, Robert F. Gellermann).  Fabriken aus den USA und Kanada konnten viele Saugwindharmoniums nach Deutschland exportieren. Die Massenproduktion ermöglichte günstige Preise, gleichzeitig kam der Klangcharakter dieser Instrumente entgegen, die in erster Linie einen (günstigen) Ersatz für die Orgel suchten. Auch die europäischen Hersteller von  Druckwindharmoniums führten nach und nach  das neue Saugwindsystem zusätzlich  ein - vor allem weil diese Instrumente preiswerter herstellbar waren  (Firmengründer in Sachsen wie 'Mannborg', 'Lindholm' ).  

(
vgl. Literatur:  Christian Ahrens (Autor), Gregor Klinke: Das Harmonium in Deutschland . Verlag: Verlag Erwin Bochinsky; Auflage: 2. Aufl. (Dezember 2001).  (ISBN-13: 978-3923639489)

Wie kann man ein Saugwindharmonium von einem Druckwindharmonium unterscheiden?

1. Unterschiedsmerkmal:  Expressionszug   

Obwohl eine Expressionsvorrichtung für Saugwind-Harmoniums entwickelt worden war, wurde sie nur in ganz wenigen Exemplaren gebaut. .

2. Unterschiedsmerkmal:  Klaviatur

Die Klaviatur beim Saugwindharmonium geht von F - F3  (Druckwindharmonium C - c4)

3.  Unterschiedsmerkmal:  Klaviaturteilung  

Saugwindharmonium: zwischen h und c1  (Druckwindharmonium: Klaviaturteilung zwischen e1 und f1)



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NORMALHARMONIUM


Der "Verein der Harmoniumfabrikanten" beschloss 1903 unter dem Vorsitz von Theodor Mannborg  1903  eine  Disposition für ein "Normalharmonium" , von dem möglichst jedes Mitglied ein Innstrument anbieten sollte.  Jedes Normalharmonium sollte über die gemeinsame Disposition hinaus  über  zwei Knieregister verfügen (rechts - Forteklappen/  links - Tutti). Manualumfang 5 Oktaven,(F - f4), die Registerteilung ist zwischen h und c1/der Subbass 16' geht von C bis c, / Oktavkoppel.

Die genaue
Disposition (Zusammenstellung der einzelnen Register) lautet: 

(1P)  Diapason Dolce 8' 
(7)    Sub Bass 16' 
(6)    Eolian Harp 2' 
(1)    Diapason 8' 
(3 )   Viola 4' 
(3P)  Viola Dolce 4' 
(VH) Vox Humana 
(4)    Seraphone 8' 
(3)    Flute 4' 
(1)    Melodia 8' 
(5)    Vox celeste 8' 
(OK) Octave Coupler 
(1P)  Melodia Dolce 8' 

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Kunstharmonium

Stichwort Kunstharmonium bei wikipedia




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Indisches  Harmonium

Englische Missionare haben das Harmonium  eher als Orgelersatz  nach Indien gebracht. Heute ist  das Harmonium dort weit verbreitet. Es wird bei religiösen Anlässen, folkloristischen Anlässen aber auch bei der Hausmusik eingesetzt. Eine Hand bedient den Blasebalg, die andere Hand spielt auf der Tastatur Melodien (und Harmonien).  

Mit diesem Link finden  Sie weitere Informationen, ein Hörbeispiel und Bilder (Link öffnet sich in neuem Fenster)

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LINKS

Links zur Harmoniumgeschichte

http://www.harmoniumnet.nl/history-8-Teck-Harmonium-Fabrik.html


Harmonium Datenbanken

http://www.harmoniumnet.nl/databaseharmonium.html


Harmoniumnet-Channel auf YOU Tube
http://www.harmoniumnet.nl/links-youtube.html


Arbeitskeis Harmonium - Gesellschaft der Orgelfreunde

http://www.harmonium.gdo.de/


weitere Links

http://www.instrumentamusicae.de/blasinstrumente/blasinstrumenttraktur/harmonium/
http://windharmonium.nl/links.aspx
http://www.harmoniumnet.nl/links-euro.html

http://www.instrumentamusicae.de/blasinstrumente/blasinstrumenttraktur/harmonium/

Literatur:
Christian Ahrens (Autor), Gregor Klinke: Das Harmonium in Deutschland . Verlag: Verlag Erwin Bochinsky; Auflage: 2. Aufl. (Dezember 2001).  (ISBN-13: 978-3923639489)
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(c)
Martin Geisz  15.2.2011
letzte Bearbeitung:
1.11.2015